Ist Verschlüsselung böse? – Teil III

Die renommierte Washington Post gilt als mehr oder minder seriöse Zeitung im US-amerikanischen Blätterwald und war in der Vergangenheit durchaus an der Verteidigung der Demokratie beteiligt. Die Berichterstattung zu Watergate ist legendär. Über 40 Jahre später hat sich allerdings einiges geändert, und der Schutz der Menschen vor Übergriffen durch den Staat steht nicht mehr ganz so hoch im Kurs. Jetzt fordert die Washington Post Zugang zu verschlüsselten Daten für Strafverfolger. Wie das technisch gehen soll?

However, with all their wizardry, perhaps Apple and Google could invent a kind of secure golden key they would retain and use only when a court has approved a search warrant. Ultimately, Congress could act and force the issue, but we’d rather see it resolved in law enforcement collaboration with the manufacturers and in a way that protects all three of the forces at work: technology, privacy and rule of law.

Jetzt nennt man es also golden key, in der Vergangenheit wurde das als key escrow (Schlüsselhinterlegung) bezeichnet. Alter Wein in neuen Schläuchen? Nicht ganz, es gibt zwei Unterschiede: die Forderung kommt diesmal eben auch von der Presse und nicht nur vom Staat. Außerdem scheint die Welt inzwischen bzgl. Verbreitung und Qualität Kryptosoftware zu besitzen, dass es den offiziellen Stellen weh tut und nicht alles im James-Bond-Stil geknackt werden kann. Wenn diese Debatte nicht alsbald beerdigt wird, werden wir uns zwischen einer freiheitlichen oder einer autoritären Staatsphilosophie entscheiden müssen. Nur eine rote oder blaue Pille für einen Menschen, aber eine Schicksalsentscheidung für die Menschheit.

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