Australiens neue Kryptodebatte

Alter Wein in neuen Schläuchen? Five-Eyes-Mitglied Australien bringt weitere Ideen auf den Tisch, um die Bevölkerung auszuspionieren. Das Justizministerium will die Provider zwingen, bei verschlüsselter Komunikation die Krypto-Schlüssel herauszugeben. Solch einer Verpflichtung zur Offenlegung kann bei korrekter End-to-end-Verschlüsselung aber kein Provider nachkommen. Das ist technisch unmöglich. Lediglich ein Dienst, der vom Provider mit Verschlüsselung angeboten wird, kann auch durch seine Hilfe entschlüsselt werden. Das stört das Justizministerium nicht. Dort möchte man auch noch eine zweijährige Vorratsdatenspeicherung über den Browsing-Verlauf. Auch das ist bei Verwendung von HTTPS unmöglich und ohne verschlüsseltes Protokoll immer noch ein permanenter Spionageangriff auf die eigenen Kunden und deren Kommunikation. VPN-Anbieter in aller Welt machen derartige Gesetze zur Grundlage eines Geschäftsmodells. Auf einen ausländischen Anbieter finden landesinterne Regelungen nämlich keine Anwendung, und die Durchsetzung transnationaler Rechtshilfe ist umständlich, schwierig oder gar unmöglich.

Immerhin fördern solche Regelungen die Verwendung von Kryptographie auch beim Durchschnittsbürger, so dass langfristig mehr Datenschutz und Privatsphäre erwartet werden kann. Das Tor steht offen, um in das Zeitalter der digitalen Aufklärung einzutreten. Hier gebührt auch der US-amerikanischen NSA und Edward Snowden gleichermaßen ganz besonderer Dank. Dass Kriminelle und insbesondere Terroristen sich ohnehin einer Überwachung zu entziehen versuchen, dürfte selbstverständlich sein. Aber um die geht und ging es bei der Überwachung der gesamten Bevölkerung auch nie.

This entry was posted in Datenschutz, Krypto, VDS and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.